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MIT-Grünkohlessen

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner hat ihre Forderung nach einem generellen Verbot von Kinderehen bekräftigt. Der Schutz der Schwächeren gelte auch für Flüchtlingskinder.

Klöckner, die trotz ihrer Wahlniederlage als Spitzenkandidatin in Rheinland-Pfalz weiter zum Führungsnachwuchs der Union zählt, sprach vor 270 Zuhörern bei der MIT-Veranstaltung "Grünkohl und Politik" im Schlossrestaurant in Corvey. Klöckner betonte, es dürfe nicht zweierlei Recht geben, "ein abgespecktes für Flüchtlingskinder". In dieser Frage müsse die Politik ein klares Signal senden. "Es gibt nur ein Recht auf unserem Boden." Kinderehen gehörten annulliert. Justizminister Maas (SPD) habe 100 Ausreden gesucht, um »kultursensibel« zu sein. Viele junge Menschen seien vor solchen Zwangsehen geflohen. Die Bürger frustriere es, wenn die Politik hier keine klaren Aussagen formuliere und nur herumeiere.

Sie sprach sich auch gegen die Vollverschleierung von Frauen aus: Das sei Ausdruck des fundamentalistischen Islam. Die CDU solle das verbieten. Man mache sonst alles gesellschaftsfähig. Ähnlich klare Kante zeigte Klöckner, als sie den Auftritt einer Vollverschleierten in der "Anne Will"-Talkshow (ARD) geißelte. Zudem lehnte sie einen EU-Beitritt der Türkei ab. Sie wolle auch nicht, dass Ankara in Moscheen in Deutschland hineinregiere.

Julia Klöckner forderte eine Leitkultur im Lande. Werte hätten konsequent zu gelten. Mit der AfD und ihren Inhalten müsse man sich direkt auseinandersetzen. Diese Partei werde durch diejenigen gewählt, die meinten, dass man sich heute auf Vertrautes nicht mehr verlassen könne. Viele würden jede Veränderung als Bedrohung empfinden. "Wir müssen ihnen zuhören, sie ernstnehmen und Lösungen anbieten", so die CDU-Spitzenpolitikerin. Die Bürger wollten heute bei den vielen wichtigen Themen mitgenommen werden. Und nicht immer sei die Politik schuld, wenn etwas nicht sofort laufe im Lande. Die forsche Klöckner meinte, "dass Politiker auch nicht heiliger als alle Bürgerinnen und Bürger sind".

Die 45-jährige CDU-Spitzenfrau, die mütterlicherseits nahe Verwandtschaft in Bad Driburg-Reelsen hat, beklagte den "Hang zum Jammern" in Deutschland. Dabei gebe es die höchste Beschäftigungsquote aller Zeiten, die Lebenserwartung steige und die Lebensverhältnisse insgesamt seien gut. Dennoch gebe es immer mehr Unmut und Protest. Viele Themen seien so komplex, dass man sie heute mit ein paar Sätzen mehr erklären müsse. Aber dann kämen die mit den Schlagworten und machten gegen alles Stimmung.

Merkel-Vize Klöckner sprach sich gegen Parallelgesellschaften aus: Flüchtlinge müssten Deutsch lernen. Mit Blick auf die CDU-Mittelstandsvereinigung sagte sie, dass Geflüchtete Bildung bräuchten. Das Duale System dürfe nicht ausbluten, nur weil alle Abitur machen wollten. Und: "Der Staat ist nie ein besserer Unternehmer."

(Text und Foto: Michael Robrecht, Westfalen Blatt)

 

MIT-Grünkohlessen"Grünkohl mit Politik": CDU-Bundesvize Julia Klöckner genießt den Teller mit Grünkohl, Kasseler, Bregenwurst und Kartoffeln, den Schlossrestaurant-Chefkoch Stefan Menne ihr hier reicht; rechts MIT-Kreisvorsitzender Klaus D. Leßmann.

 

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